100 Jahre SpVgg – Freisings Ringer feiern Geburtstag

Am 21. April 1912 wurde die Sportvereinigung Freising als Athleten-Club in der legendären Freisinger Maxburg gegründet. Von Anfang an waren Ringen und Gewichtheben die Kerndisziplinen des Vereins. Nach dem Krieg kam eine eigene Judoabteilung hinzu. In den 1930er Jahren gelangte die SpVgg Freising durch mehrere Olympische Goldmedaillen im Gewichtheben sowie eine Reihe internationaler Titel zu Weltruhm. Den alteingesessenen Freisingern klingen die Namen Ismayr und Manger noch heute in den Ohren.
Lange Jahre war das „Colosseum“ in der Unteren Hauptstraße Inbegriff leidenschaftlicher Ringkämpfe und muskelgestählter Gewichtheber. Das alte „Colosseum“ jedoch ist längst verschwunden, heute befindet sich dort ein Kaufhaus für den kleinen Geldbeutel. Nach den Wirren des Zweiten Weltkriegs wurde der Verein neu aufgebaut. In einer großartigen Gemeinschaftsleistung schufen sich die Freisinger Ringer Anfang der 1960er Jahre eine neue Sporthalle. Sie schließt direkt an die ehemalige „Maxburg“ in der Luckengasse an. Die sportlichen Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. 1973 stieg die SpVgg in die Erste Bundesliga auf. Ab 1979 waren die Ringer fester Teil der Zweiten Bundesliga. In den 1990er Jahren folgte der Abstieg in die Bayerische Oberliga. Von 2004 bis 2011 kämpften die Freisinger in der Bayernliga. Pünktlich zum 100-jährigen Jubiläum konnten sich die Freisinger Ringer selbst das schönste Geburtstagsgeschenk machen – den Aufstieg in die Oberliga. Ab Herbst 2012 wird der Kader der SpVgg nun in der dritthöchsten deutschen Liga ringen. Die Sportvereinigung Freising hat im Laufe ihres langen Bestehens im sportlichen Bereich Höhen und Tiefen erlebt. Doch in den vielen Jahrzehnten zeichnete sich der Verein immer durch einen ausgesprochenen Gemeinschaftssinn und Zusammenhalt aus. Nur wenige Vereine können auf mehr als 75 Jahre enger Verbundenheit durch ihre Mitglieder schauen. Der Mitgliederstand von rund 260 Personen ist seit Jahren weitgehend konstant. Zum Glück zeichnet sich bei der SpVgg nicht das Schicksal vieler anderer Vereine ab: Nachwuchssorgen. Dank intensiver Jugendarbeit ist ein Drittel der Mitglieder jünger als 20 Jahre. Drei Mal wöchentlich findet ein Schülertraining statt, das von vier erfahrenen Jugendtrainern betreut wird. Auch diese Arbeit ist langfristig gesichert, denn in den letzten Jahren konnten Ringer der Schülermannschaft zu neuen Trainern weitergebildet werden.
Ringen ist ein Sport, der in besonderer Weise Teamgeist und Integration fördert. So steht die SpVgg Freising nicht nur für eine engagierte Jugendarbeit, sondern auch für gelebtes Miteinander. Ringen verbindet wie kaum ein anderer Sport Menschen aus verschiedenen Kulturen und Religionen. Eine große Zahl der Mitglieder hat einen Migrationshintergrund. Sie alle sind fest in der Ringergemeinschaft integriert.

Jubiläumsfeiern im Mai
Die SpVgg Freising begeht ihr 100. Vereinsjubiläum mit einem großen Festwochenende am 5. und 6. Mai. Unter dem Motto „Freising ringt und rockt“ wird die Band „70cent“ am Samstagabend in der Luitpoldhalle einen Auftakt nach Maß geben. Ohne Pause gehen die Feiern am nächsten Tag weiter.
Am Sonntagmorgen um 9.30 Uhr leitet Weihbischof Haßlberger gemeinsam mit Pfarrer Schlosser einen Festgottesdienst in der Stadtpfarrkirche St. Georg. Danach führt die Stadtkapelle den Festzug vom Marienplatz aus in die Luitpoldanlage. Um 12 Uhr beginnt dort ein Festakt mit Repräsentanten aus Sport, Gesellschaft und Politik. Die Schirmherrschaft über die 100-Jahr- Feier hat der bisherige Oberbürgermeister Dieter Thalhammer übernommen.
Zum Abschluss der Feiern und gleichzeitig als sportlichen Höhepunkt richtet die SpVgg Freising die German Masters am 18. und 19. Mai aus. Die Deutschen Meisterschaften der Altersklasse ab 35 Jahren vergab der Deutsche Ringerbund anlässlich des 100. Jubiläums in die Domstadt. Hochkarätige Wettkämpfe sind garantiert! Auch eine Ausstellung im Freisinger Rathaus haben die Ringer gestaltet. Noch bis zum 7. Mai sind in den Vitrinen im ersten Stock seltene Bilddokumente des Olympiakaders von 1932, Presseberichte aus mehreren Jahrzehnten, Pokale und Trophäen zu sehen.

 




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