500 Jahre Hofapotheke Freising
Die Hofapotheke feiert ein großes Jubiläum.

Die erste Erwähnung der Hof-Apotheke in Freising geschieht im Jahre 1513. Die Apotheke, die von jeher zum fürstbischöflichen Hofe gehörte, befand sich um 1513 in der Gegend des Münchener Tores in der Nähe des Seelnonnenhauses auf der Kret (Heute Hotel „Zur Gred“). Nach vielen Vorbesitzern übernahm Gustav Fellerer aus Tölz kommend die Hof-Apotheke von dem Apotheker Maier. Gustav Fellerer ließ 1893 das alte Gebäude der Hof-Apotheke in der Unteren Hauptstraße teilweise abtragen und erstellte den Bau in der jetzigen Form. Im gleichen Jahre übergab Gustav Fellerer die Hof-Apotheke an seinen Sohn Dr. Karl Ludwig Fellerer. Im Jahre 1934 übernahm Apotheker Ludwig Lettenmayer die Apotheke, indem er das vom Staat verliehene Recht eine Apotheke zu betreiben seinem Vorgänger abkaufte. Von diesem Jahr an betrieb Apotheker Ludwig Lettenmayer in schwierigen Zeiten die Hof-Apotheke, zu einer Zeit als die Nationalsozialisten an die Macht kamen. Während des Krieges leitete er einen Sanitäts-Park auf dem Domberg. Von hier aus wurden Truppenteile in den besetzten Gebieten mit Arzneimitteln und Verbandsstoffen versorgt. Nebenbei führte er seine Apotheke und schaffte es sogar in den Kriegszeiten Medikamente und Kindernahrungsmittel zu besorgen, indem er mit einem kleinen Lieferauto die stark beschädigten Herstellerbetriebe anfuhr. Noch lange nach dem Krieg dankte die Freisinger Bevölkerung ihm diesen Einsatz.

Mit der Besatzung der  Amerikaner änderten sich auch die bis dahin geltenden Zulassunsbestimmungen für Apotheken, eine völlige Gewerbefreiheit wurde anstelle einer staatlichen Vergabe eingeführt.  Neben den drei damals bestehenden Apotheken in Freising, der Hof-, der Marien- und der Adler-Apotheke entstanden im Laufe der Zeit viele Neugründungen. Zum heutigen Zeitpunkt existieren 15 Apotheken in Freising.
Das Haus der alten Hof-Apotheke wurde ca. 1960 von den Erben des verstorbenen Karl Ludwig Fellerer an den Elektrokaufmann Martin Hartl verkauft. Ludwig Lettenmayer zog daraufhin mit der Apotheke in das übernächste Haus, das er schon früher käuflich erwerben konnte. Dieses Haus, das sich 1803 im Besitz des bekannten Hof-Malers und Kammerdieners Ignaz Alois Frey befand und in dem der bekannte polnische Maler Roman Kochanowski während des zweiten Weltkrieges wohnte, zeigt eine typische „Tiroler Bauart“. Das Fresko über dem großen, breiten Torbogen, sowie der Achteck-Turm sind für diesen Baustil besonders charakteristisch. Überhaupt ist dieses Haus in seinem Inneren voller Romantik. Besonders bemerkenswert ist die steile, enge Wendeltreppe, die zu schönen Räumen führt und gleichzeitig Zugang zu einem alten Obst- und Blumengarten ist.
Im Laufe der Zeit baute Ludwig Lettenmayer das Gebäude,  das beim Kauf noch ein Wohnhaus war, in ein Geschäftshaus um. 1973 verstarb der ehemalige Stadtrat und Hof-Apotheker Ludwig Lettenmayer. Seine Nachfolge trat sein Sohn Dr. Ludwig Otto Lettenmayer an, der bis heute die Geschicke der Hof-Apotheke leitet und mit Stolz auf eine 500-jährige Erfolgsgeschichte zurückblicken kann. Mit ca. 20 Mitarbeiterinnen  steht ein leistungsfähiges Team bereit, das jederzeit in der Lage ist, in gesundheitlichen Fragen umfassend zu beraten. In einer Oase der Ruhe kann man sich im apothekeneigenen Kosmetikstudio von den Kosmetikerinnen von Kopf bis Fuß verwöhnen lassen.  Eine Besonderheit der Hof-Apotheke sind die vielen Hausspezialitäten, die nach alten Rezepten hergestellt werden. Für beste Qualität bei moderaten Preisen wird garantiert. Viele Kunden verwenden auch diverse Hautpflegemittel genauso wie die hauseigenen Arzneimittel.

Dieser Artikel erschien im FINK-Magazin vom Oktober 2013.
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