Freisings Fasching ist mehr als Fashion

Auf närrische Importe greift die Narrhalla Freising in diesem Jahr zurück: Denn Nadja Böck (25) und Stefan Bareither (21) kommen beide aus Hörgertshausen, sind  als Nadja I. und Stefan IV. das offizielle Prinzenpaar der Freisinger Narrhalla für die kommende närrische Saison, und außerdem auch privat ein Paar.
Sie kennen sich schon ein Leben lang, weil sie als Kinder in derselben Straße gewohnt haben. Doch das ist noch nicht alles: Inzwischen sind die beiden seit zwei Jahren ein Paar. „Wir haben uns nach langer Zeit auf einer Party wiedergetroffen, und kurz darauf hat es dann schon gefunkt“, erinnert sich die Prinzessin. Die Zahnarzthelferin und der Lasermaschinenbediener hatten schon länger vor, der Narrhalla Freising beizutreten, „weil es dort immer so lustig ist“, so die Begründung des Prinzen. Vor gut vier Monaten wurde Stefan von seinem Arbeitskollegen Marcus Senger, der der Präsident der Narrhalla Freising ist, angesprochen, ob er und Nadja nicht Prinzenpaar werden wollten: „Wir hatten beide Lust und waren sofort dabei“, erzählt Stefan Bareither. Nadja Böck dachte erst, das Angebot sei ein Scherz: „Ich konnte nicht ganz glauben, dass es wirklich klappt.“ Angst davor, dass die fünfte Jahreszeit ihrer Beziehung schaden könnte, hat das Paar nicht. Auch Nervosität macht ihnen nicht zu schaffen: „Das hält sich eigentlich in Grenzen. Nur kurz vor den Auftritten, da bekomme ich bestimmt Panik“, verrät Nadja Böck.
Zweimal pro Woche trainieren die Faschingsregenten bei Jonathan Bartek und Daniela Baier, um eine tolle Show bieten zu können. Modisch und modern präsentiert sich die Faschingsgesellschaft diese Saison: Getreu dem Motto „More than Fashion“ will die Narrhalla beweisen, dass sie mehr ist als nur eine Modeerscheinung. Das Motto soll dabei nicht nur für Glanz und Glamour, sondern auch für Beständigkeit und Verbindung zum Traditionellen stehen. Die neunköpfige Garde – sechs Gardemädel (Katrin Neumair, Marina Radic, Franziska Weber, Magdalena Weber, Svenja Pemp und Julia Soldau) und drei Gardeburschen (Florian Maier, Alexander Podolinsky und Stephan Maier) – steht also vor großen Herausforderungen.
Was in der vergangenen Saison nicht möglich war, wird es heuer geben: ein echtes Prinzenpaar. Und es wird nach zweijähriger Pause auch wieder ein Kinderprinzenpaar geben: Elena (I.) Rauscher und Severin (I.) Guttmann aus Freising wollen den Großen nacheifern. Für Elena (9) erfüllt sich ein Traum: „Ich wollte schon immer Prinzessin werden.“ Severin (9) ist fit für die Saison: „Ich spiele gerne Fußball.“ Elena besucht die vierte Klasse der Grundschule Neustift, zählt Reiten, Schwimmen, Gitarre und Geige spielen zu ihren Hobbys. Fußballer Severin spielt auch Gitarre und baut viel mit seinen Legosteinen. Vor allem: Severin hört gerne klassische Musik und ist begeisterter Walzertänzer. Was will man mehr?
Wer das Prinzenpaar der Faschingssaison 2012/13 sein wird, dieses Geheimnis hat die Narrhalla also schon lange gelüftet. Wer der diesjährige Träger des Ordens „Der große Bär“ ist, ist hingegen noch nicht bekannt. Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen, so Narrhalla-Präsident Marcus Senger, werde man den Namen erst kurz vor dem Ball der Stadt am 2. Februar bekanntgeben. Zum anderen hat man noch keine Zusage eines prominenten Ordensträgers. Ein Aspirant, den man ins Auge gefasst habe, habe abgelehnt, weil er sich laut Senger in der Riege der bisherigen Ordensträger nicht wohlgefühlt und sich der Auszeichnung nicht würdig gefühlt habe. Doch der Präsident ist zuversichtlich, dass man innerhalb und jenseits der Stadtgrenzen noch fündig werde.
Und so versprechen Inthronisation, Ball der Stadt, die Umsetzung des Mottos und auch die Frage nach dem Ordensträger noch jede Menge Spannung in den kommenden Wochen.




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