Frisch gepresst und echt ohne Stecker
Apollon´s Smile stellt Debüt-Album vor

Zwei Stimmen, Akustik-Gitarre, Musik, die zwischen Blues, Rock Folk und Country changiert, aber irgendwie praller und poppiger daherkommt. Da war doch was! Richtig, Simon & Garfunkel hießen die beiden Knaben, die mit Hits wie „Mrs. Robinson“ in den End-Sechzigern die Charts aufmischten. Der Begriff „Singer-Songwriter“ war damals noch nicht mal strapazierfähig. Genau da aber will das Freisinger Duo „Apollon‘s Smile“ hin. Besser gesagt, man ist schon angekommen. Nicht nur „live“ auf der Bühne, in Kneipen, Clubs und Biergärten, sondern jetzt auch auf CD. Marc Hanow und Julian Hobmeier, beide Blues-Barden im besten Sinne, haben ein Debüt-Album eingespielt. Das war bitter nötig, denn die Nachfrage nach dem erst 2013 aus Lust und Laune heraus entstandenen Duo war zuletzt groß. „Apollon‘s Smile“ gewann im Februar mit 70 Prozent Zuspruch die Wahl zum „Local Hero“ bei Radio „Galaxy“. Mit ihrem Song „Step by Step“. Einer Nummer, die auf ihrer CD „Real Unplugged“ natürlich nicht fehlen darf. Ihrem bisweilen größten Publikumserfolg ließen Hanow/Hobmeier bei den Aufnahmen im Electronic Haze Studio in Furth/Landshut (EHC) besondere Sorgfalt angedeihen. „Berühren, begeistern, bewegen“, lautet das Motto der beiden Singer- und Songwriter. Genau so muss man sich das Album auch vorstellen. Hier geht es akustisch und authentisch zur Sache. Man stimmt sich ein, im Stile eines J. J. Cale, lässt die Saiten springen, singt sich zweistimmig die Seele aus dem Leib, langt bisweilen richtig zu. Der Live-Charkter für den „Apollon‘s Smile“ steht, er zieht sich durch das komplette Album. Vier Eigenkompositionen und vier Coverversionen hat man am Stück eingespielt. Allesamt fein säuberlich durchkomponiert, kein Over-Dub, nichts gefiltert, nichts herausgeschnitten – das ist es was das Album auszeichnet. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Apropos „Cover“. Da wären wir wieder bei „Simon & Garfunkel“. Eine eigenwilligere akustische Version von „Mrs. Robinson“ hat die Welt noch nicht gehört. Bei dem filigran eingespielten Blues-Rock-Intro erkennt man den Film-Hit von annodazumal kaum wieder. Ansonsten hat das zeitlose Stück nichts von seinem Reiz verloren. Viel zweite Stimme, viel Abwechslung in der Führhand. Hobmeier und Hanow schenken sich nichts, bewegen und begegnen sich musikalisch auf Augenhöhe. Beflügelt von Blues, vom Folk und von New-Country legen sie beim Opener „Welcome“ gleich tüchtig los. „Please feel alright, with us tonight“, tönen sie ausnahmsweise im Gleichklang. Wohlfühlmusik, zu der man stehen kann. Genau so wie zur dosiert mitschwingenden Melancholie, die bei „Hero“ zum Tragen kommt. Wäre noch die Country & Western-Nostalgie zu nennen, die bei „Fare Thee Well“ durchklingt –  „Apollon‘s Smile“ ist für manche Überraschung auf ihrem durchgängig stimmigen und so etwas von handgemachtem Erstling.

Dieser Artikel erschien im FINK-Magazin vom Juli/August 2014.
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