Was im letzten Monat passiert ist: Januar 2015
Ein Rückblick auf den letzten Monat

SchutzmaßnahmeFreisings Kulturtempel Nummer 1, der Asamsaal, wird in diesen tagen wieder geöffnet. Nachdem das Prunkstück des ehemaligen Lyceums vor Weihnachten wegen der Gefahr, dass Putzteile von der historischen Decke herabstürzen und die Besucher velretzen könnten, gesperrrt worden war, schützt jetzt ein Gerüst das Publikum. Das Besondere: Das Gerüst, das aus zahlreichen Streben un sieben, jeweils 1,7 Tonnen schweren Stahträgern besteht, ist so aufgebaut, dass kein Sitzplatz verloren geht. Die Maßnahme, die bis zur Sanierung des Asamtrakts in eine paar Jahren bleiben wird, kostet 250 000 Euro. Billigere Varianten wären schon für 100000 Euro zu haben gewesen. Dann aber wären Stützen mitten unter den Zuschauern gestanden, was den Verzicht auf viele Plätze und damit geringere Einnahmen bdeuetet hätte. Geschützt wird das Publikum nun durch Holzplatten, die oberhalb der Stahlträger die Decke abschirmen. Ob man sich dazu durchringt, die dann nicht sehr ansehnliche Unterseite der Schutzmaßnahme mit einer Folie zu bespannen, auf denen die berühmten Asam-Bilder der Decke abgebildet sind, stand noch nicht fest.

Einsparmaßnahme
Schüler wissen es meistens gar nicht, Eltern und Lehrer schon eher, die Schulleitung sicherlich: Wer ist für die weiterführenden Schulen im Landkreis eigentlich der Sachaufwandsträger? Normalerweise und laut Schulfinanzierungsgesetz ist dafür der Landkreis zuständig. Und der Landkreis macht das auch in den meisten Fällen. Aber es gibt drei Ausnahmen: Für das Josef-Hofmiller-Gymnasium, das Dom-Gymnasium und die Karl-Meichelbeck-Realschule ist die Stadt Freising zuständig. Wieso, weiß nach so vielen Jahren niemand mehr so recht. Aber man weiß dafür, dass diese Trägerschaft die Stadt pro Jahr eine Million Euro kostet (und da sind größere Investitionen für Um- und Anbauten noch gar nicht dabei) und dass laut Gesetz der Landkreis die Schulen übernehmen müsste. Und deshalb hat sich nach vielen Jahren, in denen dieses Thema immer wieder angesprochen, aber nie angepackt wurde, der Stadtrat nun dazu entschlossen, dem Landkreis das Schul-Trio abzutreten. Der ist darüber „not amused“, kennt aber die Gesetzeslage und weiß, dass das ein Angebot ist, das er nicht ablehnen kann. Wann und in welchem Zustand und unter welchen Bedingungen die drei Schulen an den Landkreis übergehen, ist noch nicht ausgemacht und wird Inhalt konstruktiver Gespräche zwischen Stadt und Landkreis sein. Laut Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher soll der Übergang möglichst leise und reibungslos über die Bühne gehen. Und das Einzige, das sich ändern soll, ist, dass bei den Abschlussfeiern dann künftig erst der Landrat und dann der OB spricht.

Beschleunigungsmaßnahme
Billig ist anders: Für 91 Millionen Euro wird derzeit vor den Toren Freisings gebuddelt und gearbeitet. Was da entsteht, heißt „Neufahrner Kurve“ und soll ab Ende 2018 die Ost- und Nordostbayern schneller und direkter an den Flughafen München bringen. In Höhe des Gewerbegebiets Mintraching schleifen dann zwei Gleise aus der Bahnlinie Freising-Neufahrn aus, führen in einer Kurve nach Süden über die A 92 und schleifen kurz später in die Bahntrasse Neufahrn-Flughafen ein. Das hört sich einfach an, ist aber vor Ort ein Mammutbauwerk mit zahlreichen aufwändigen Maßnahmen wie Gleisverlegungen und Rampen. Vor allem muss die A 92 mit einer 183 Meter langen Brücke überbaut werden, damit die Züge mit rund 100 km/h gen MUC brausen können. Und nur zur Erinnerung: Die Neufahrner Kurve ist nur der erste kleine Abschnitt des Erdinger Ringschlusses, der die Domstadt mit der Herzogstadt verbinden soll. Und an noch etwas sei erinnert: Die Neufahrner Kurve ist das Projekt, das vor einigen Jahren das endgültige Aus für die von allen Seiten befürchtete, kritisierte und heftig bekämpfte „Marzlinger Spange“ bedeutete.

Dieser Artikel erschien im FINK-Magazin vom Februar 2015.
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