Im Portrait: Bürgerstiftung Freising
Gelebte Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit. Ein großer Begriff, der derzeit oft und gerne zitiert wird. Allerorts hört man von nachhaltigem Wirtschaften, von nachhaltigen Projekten – überhaupt scheint Nachhaltigkeit eine ganz wichtige Sache zu sein. Für die Gesellschaft bedeutet Nachhaltigkeit einen Ausgleich aller sozialen Kräfte zu schaffen, damit die Zukunft für alle Menschen lebenswert bleibt. In der Domstadt gibt es seit zwei Jahren die Bürgerstiftung Freising, die sich genau das für alle Bürgerinnen und Bürger wünscht. „Die Bürgerstiftung Freising orientiert sich in ihrer Arbeit an der Vision einer nachhaltigen Entwicklung der Stadt Freising – einer Entwicklung, die in ihrem lokalen Handeln sozial, ökologisch und ökonomisch tragfähig ist und somit einer globalen Verantwortung gerecht wird“, erklärt Karl-Heinz Wimmer, zuständig bei der Stadt Freising für die Bürgerstiftung und den Stiftungsvorstand. Oberbürgermeister Dieter Thalhammer stellte als Schirmherr der Stiftung in seiner Rede bei der Gründungsveranstaltung im Dezember 2009 klar: „Es geht um Freising. Um eine Stadt, die in ihrem lokalen Handeln verantwortungsvoll und verantwortlich arbeiten will, auf kommunalpolitischer Ebene, in der Verwaltung, aber eben auch in der Bürgerschaft, im persönlichen Umfeld.“
Im Agenda 21-Prozess entstand die Bürgerstiftung als Idee von Bürgern für Bürger. Vorrangig sollen nachhaltige Aktivitäten und Projekte in Freising für Kinder, Jugendliche, Senioren, sozial Benachteiligte, Integration, Kulturarbeit, Ökologie und Klimaschutz gefördert werden. Die gemeinnützige Stiftung wird von einem Stiftungsvorstand und einem Stiftungsrat geleitet. Darin engagieren sich Gründungsmitglieder, wie die Stadt Freising oder auch die Sparkasse Freising, die Flughafen München GmbH, das Bankhaus Sperrer, sowie zahlreiche Privatpersonen aus Freising. Hier wird entschieden, wie die Erträge des Stiftungskapitals und die Spenden verwendet werden – selbstverständlich im Sinne der Stiftungssatzung. Nachhaltig arbeitet auch die Stiftung selbst, die die Projekte nur aus den Erträgen des Kapitals finanziert; das Kapital selbst bleibt unangetastet. Gezielt werden aber auch Spenden gesammelt, um Projekte schneller verwirklichen zu können. So kommen durch Aktionen im Stadtgebiet Erlöse aus den Veranstaltungen der Bürgerstiftung zu. Dazu gehören unter anderem der Kirchweihmarkt am Hofbräuhaus, ebenso die öffentliche Bierprobe in der Stadt oder der Panoramalauf im Frühjahr, der von der Bürgerstiftung auch selbst organisiert wurde.
Auch wenn bereits circa 6000 bis 7000 Euro ausgeschüttet wurden: „Wir arbeiten immer noch in der Phase des Kapitalaufbaus“, erklärt Wimmer die derzeitige Ausrichtung der Bürgerstiftung. Gestartet war man im Gründungsjahr 2009 mit etwa 60000 Euro Grundkapital. Mittlerweile, freut sich Wimmer, habe man dieses Kapital „fast verdoppelt, also zufriedenstellend aufgebaut“ und steht bei aktuell etwa 105000 Euro. Die Chance „klein anzufangen und das entwickeln zu lassen“, wie es Thalhammer 2007 noch formulierte, wurde also genutzt.

Der Verein „O-Wacht“ hat in der Vergangenheit bereits Unterstützung durch die Bürgerstiftung bekommen. „O-Wacht“ führt insbesondere in Schulen Präventionsprojekte durch und fördert soziale Kompetenzen bei Kindern und Jugendlichen.
Aktuell wird der Verein „MiBiKids“ unterstützt, der Deutschkurse für Kinder mit Migrationshintergrund an Schulen organisiert. Überhaupt ist die finanzielle Hilfe an Schulen ein Hauptaktionspunkt der Bürgerstiftung. Fast 4000 Euro sind bisher geflossen für Schülerinnen und Schüler aus finanziell schlechter gestellten Familien, um Mittagessen, Schulausflüge und ähnliches zu ermöglichen. Karl-Heinz Wimmer: „Es gibt zwar das Bildungspaket, das aber ist für bedürftige Familien gedacht, die Hartz IV erhalten. Wir haben gemeinsam mit den Schulen leider festgestellt, dass häufig die Familien auch Hilfe brauchen, deren Geld gerade so reicht und die keine staatliche Unterstützung erhalten“, sagt Wimmer im Gespräch. Augenblicklich werden also Organisationen und Projekte gefördert, die bereits existieren. Aber grundsätzlich „suchen wir ein Leuchtturmprojekt in Freising, das unsere gezielte Förderung erhalten soll“, wünscht sich Wimmer für die Zukunft. Auch die Satzung, in der es heißt, die Stiftung könne Publikationen herausgeben oder Preise vergeben, „ist in die große Zukunft gerichtet.“ Dazu müsse das Kapital erst noch „weiter wachsen.“ Wer also ein solches Leuchtturmprojekt in petto hat oder die Idee dazu, ist aufgerufen sich bei Karl- Heinz Wimmer zu melden, ebenso wer sich bei der Bürgerstiftung engagieren möchte: „Wir arbeiten alle ehrenamtlich in der Stiftung, deshalb freuen wir uns natürlich nicht nur über Spenden und Zustiftungen, sondern auch über jeden, der sich mit einbringen möchte.“ Zustiftungen und Spenden können auf das Konto 25329251 bei der Sparkasse Freising, BLZ 70051003, eingezahlt werden. Bei Anfragen: Karl-Heinz Wimmer (Tel.: 08161/54-4 30 00, Telefax: 08161/54-5 32 00 oder e-mail-Kontakt: info@buergerstiftung-freising.de) Weitere Infos unter www. buergerstiftung-freising.de

Dieser Artikel erschien im FINK-Magazin vom Dezember 2011.
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