Tag des offenen Denkmals

Das Motto des diesjährigen bundesweiten Tags des offenen Denkmals am Sonntag, 14. September 201, heißt FARBE. Damit wurde heuer kein spezieller, sondern ein für die Kunst, die Architektur sowie für die Stadt- und Landschaftsplanung, ja überhaupt für die Wahrnehmung der gebauten Umwelt zentraler Aspekt als Aufhänger gewählt. In Stadt und Landkreis Freising werden zum Thema mehrere Führungen angeboten:

 

Führungen in der Stadt Freising

 

Farbe in der Altstadt. 

Zur Bedeutung einer qualitätsvollen Fassadengestaltung im Ensemble

Führung: 10 Uhr, Treffpunkt: Marienplatz; Referent: Dr. Klaus Kratzsch; Veranstalter Stadtheimatpflege Freising e.V.

Im Fokus der Führung steht, was in den vergangenen Jahren mehrmals Gegenstand von Diskussionen war: die Farbgestaltung von Fassaden in der historischen Freisinger Altstadt. In einem derartigen Denkmalensemble mit oft viele hundert Meter langen Sichtachsen gewinnt die Fassadengestaltung jedes noch so kleinen Hauses enorme Bedeutung für die Gesamtwirkung. Dadurch kommt jedem einzelnen Eigentümer Verantwortung für das gesamte Erscheinungsbild der Altstadt bzw. des Ensembles zu. Dr. Klaus Kratzsch, früherer Freisinger Gebietsreferent des Landesamtes für Denkmalpflege, wird in der zweistündigen Führung auf unterschiedliche Beispiele der Farbgestaltung in der Freisinger Altstadt eingehen.

 

Fresko „Himmlisches Jerusalem“ von Franz Nagel 

in der Martinskapelle des Kardinal-Döpfner-Hauses

Führung: 14 Uhr, Treffpunkt: Innenhof des „Kardinal-Döpfner-Hauses“; Referent: Dr. Bernd Feiler; Veranstalter: Historischer Verein Freising e.V.

Die Kapelle St. Martin wurde 1965 im westlichen Anbau des damaligen Freisinger Priesterseminars (heute Bildungszentrum „Kardinal-Döpfner-Haus“) als Ersatz für die 1959 abgebrochene Martinskapelle aus dem 12. Jahrhundert eingerichtet. Die Ausstattung der Kapelle geht zum überwiegenden Teil auf den Münchner Franz Nagel (1907-1976), Professor für christliche Fres-komalerei an der Akademie der Bildenden Künste, zurück. Dessen farbenreiches, den Raum dominierendes Fresko „Himmlisches Jerusalem“ an der Altarwand steht nun im Mittelpunkt einer Führung des Kunsthistorikers Dr. Bernd Feiler.

 

Barocker Farbenrausch. 

Zur Farbkonzeption und Restaurierung des Freisinger Domes

Führung: 15 Uhr, Treffpunkt: Domplatz; Referentin: Dr. Carmen Roll, Diözesanmuseum Freising; Veranstalter: Erzbischöfliches Ordinariat München

Die Führung beleuchtet die 2004 bis 2006 durchgeführte Restaurierung der spätbarocken Raumschale des Freisinger Domes, dabei vor allem die Wiederherstellung der ursprünglichen Farbgebung. Die beiden Brüder Cosmas Damian und Egid Quirin Asam haben in den Jahren 1723/24 den Freisinger Dom erneuert, ihrem durchdachten und fein abgestimmten Farbkonzept für die Wand- und Gewölbefresken kam dabei eine entscheidende Bedeutung zu.

 

Führungen im Landkreis Freising

 

Die Kirche St. Johannes der Täufer in Haslach 

Führungen: 11 Uhr (Sebastian Endemann, Restaurator), 14 und 16 Uhr (Andreas Thalmair, ehem. Kirchenpfleger)

Bei der Kirche in Haslach handelt es sich um einen neugotischen Rohziegelbau aus dem Jahr 1875. Geplant ist eine Restaurierung der Fassade, die aufgrund des Ziegel­Natursteinmauerwerks  und  der  exponierten   topographischen   Lage  der Kirche als sehr aufwändig eingeschätzt wird. Die Führungen geben einen Einblick in die Geschichte und in die anstehende Restaurierungsmaßnahme. Ab 11.30 Uhr findet zudem ein Mittagstisch mit Hopfenzupfermahl und um 17 Uhr ein Gottesdienst statt. Auch wird die Fotoausstellung von  Lothar Eichenlaub „Haslach früher und heute“ präsentiert. Laufend neue Informationen  gibt  es  unter  www.denkmaltag.haslach­hallertau.de.

 

Das ehemalige Stiftsherrenhaus in Moosburg

Führungen: zwischen 9 und 11 Uhr sowie 13 und 16 Uhr; Referent: Wilhelm Wecker, Architekt

Das zweigeschossige, satteldachgedeckte Wohnhaus liegt südlich der ehemaligen Stiftskirche St. Kastulus  „Auf  dem  Plan“.  Die  den Kirchplatz prägenden Stiftsgebäude gingen nach Verlegung des Chorherrnstiftes nach Landshut im Jahre 1599 sukzessive in bürgerlichen Besitz über. Bei dem Gebäude handelt es sich um einen schmalen Giebelbau mit drei Zinnenaufsätzen, der 1703 errichtet wurde. Neben den nach wie vor erkennbaren Grundrissstrukturen sind der historische Fenster- und Türenbestand, Bodenbeläge und authentisch überkommene Wandoberflächen erhalten. In den letzten zwei Jahren wurde das Gebäude von privater Hand hochwertig restauriert und wird zukünftig als Wohn- und Geschäftsgebäude genutzt.

 

Der Hochaltar in der Filialkirche St. Georg in Gelbersdorf

9-18 Uhr geöffnet, Führungen: 10 und 14 Uhr; Referentin: Irmgard Schnell-Stöger, Restauratorin

Die Kirche ist ein schlichter Saalbau mit eingezogenem Chor aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Das Gebäude und seine Ausstattung, darunter der Hochaltar, der ein Hauptwerk der Landshuter spätgotischen Malerei und Skulptur ist, sind von überregionaler Bedeutung. Der dreifach zu wandelnde Flügelaltar aus dem Jahr 1482 wurde Mitte des 18. Jahrhunderts in die Kirche von Gelbersdorf übertragen. Seit Frühling 2013 wurde der Altar aufwändig restauriert, bevor die Arbeiten im Sommer dieses Jahres fertiggestellt werden konnten.

 

Das frühere Mesnerhaus in Neufahrn

12-17 Uhr geöffnet, Führungen: 14 Uhr (Oliver Lindauer, Restaurator) und 15.30 Uhr (Ernest Lang, Heimat- und Geschichtsverein Neufahrn)

Das Gebäude befindet sich südlich der alten katholischen Pfarrkirche Hl. Geist und Wilgefortis und grenzt direkt an den Friedhof an. Den Kern des Hauses bildet eine ehemalige Kapelle aus dem 16. Jahrhundert, die um 1700 verlängert und aufgestockt wurde. Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Kapelle als Schulhaus umgenutzt und rund 100 Jahre später zum Wohnhaus umgebaut, bis es zuletzt dem türkischen Kulturverein als Vereinsheim diente. Derzeit wird ein Nutzungskonzept erarbeitet, dessen Grundlage eine bauhistorische Untersuchung aus dem Jahr 2013 bildet. Die Ergebnisse dieser Untersuchung werden in einer Ausstellung präsentiert.

 

Zum bundesweiten Programm für den Tag des offenen Denkmals 2014: www.tag-des-offenen-Denkmals.de.

 




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